Neue US-Studie: Solarien noch bedenklicher als gedacht

Aktuelle US-Studie liefert neue Erkenntnisse – Solarien für die Haut noch bedenklicher als gedacht

Wir haben auf dieser Seite erst kürzlich einen Blogartikel zum Thema „Solarien und Haut“ veröffentlicht, der sich mit den Auswirkungen künstlicher Bräunungsgeräte auf die Haut beschäftigt. Über die Gefährlichkeit von Sonnenbänken wird immer wieder gestritten. Ein eindeutiges Urteil gibt es von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Sie stuft die UV-Strahlung von Sonnenbänken in die höchste Risikogruppe – „krebserregend für den Menschen“ – ein. Zu dieser Risikogruppe gehören auch Asbest, Tabakrauch und der Verzehr von verarbeitetem Fleisch.

Nun wurde im Dezember 2025 eine neue Studie publik, die aufzeigt, dass Solarien noch bedenklicher für die Haut sind, als bisher angenommen wurde. Die Erkenntnisse dieser Studie, die im Fachjournal „Science Advances“ erschien, möchten wir Ihnen mit diesem Beitrag weitergeben.

Erhöhte Anzahl genetischer Mutationen in den Hautzellen

Dass Menschen, die häufig in ein Solarium gehen, ein höheres Hautkrebsrisiko haben, war bereits bekannt. Einen Grund dafür sehen Forschende darin, dass das Licht einer Sonnenbank auf deutlich mehr Körperpartien trifft als natürliches Sonnenlicht, sofern man sich nicht nackt sonnt.

In der neuen Studie wurde festgestellt, dass häufige Solariumbesuche zu einem Ausmaß genetischer Mutationen in den Zellen der Haut führen, die normalerweise erst in stark fortgeschrittenem Alter auftreten. Sonnenbanknutzer in den 30er und 40er Jahren weisen mehr Mutationen auf, als Menschen aus der Allgemeinbevölkerung, die 70, 80 und mehr Jahre alt sind.

Datengrundlage der Studie

Für die Analyse bezogen die Forschenden die Krankenakten von über 32.000 Patienten mit ein, die dermatologisch behandelt wurden. Dabei erfassten sie neben den Nutzungsgewohnheiten von Solarien auch Faktoren wie familiäres Auftreten von Melanomen und Sonnenbrände in der Vergangenheit. Außerdem wurden von 26 Spendern Hautproben entnommen und untersucht sowie das Erbgut von 182 Hautzellen analysiert.

Überstrapazierte Reparatursysteme durch übermäßige UV-Strahlung

Die Ursache für Erbgutschäden liegt in der UV-Strahlung, die im natürlichen Sonnenlicht und in den künstlichen Lichtquellen von Solarien vorkommt. Normalerweise werden solche Schäden durch körper- bzw. zelleigene Reparatursysteme wieder beseitigt. Diese Systeme werden jedoch einerseits durch Sonnenbrände überbelastet, und andererseits, wenn Menschen sich häufig einer intensiven und langanhaltenden UV-Bestrahlung aussetzen. Dann kann es zu bleibenden Veränderungen (Mutationen) im Erbgut kommen, die die Gefahr von Hautkrebs erhöhen.

„Mit Krebsvorstufen übersäte Haut“

Zu den überraschendsten und wichtigsten Ergebnissen der Studie gehört die Erkenntnis, dass auch an Stellen, die durch Sonnenlicht üblicherweise wenig geschädigt werden – unterer Rückenbereich, Gesäß, Innenseiten der Oberschenkel – bei Solariennutzern mehr Hautmutationen auftraten.

Zitat des leitenden Studienautors: „Die Haut der Sonnenbank-Nutzer war übersät mit Krebsvorstufen – Zellen mit Mutationen, von denen bekannt ist, dass sie zu Melanomen führen können.“

Das Fatale ist, dass sich solche Mutationen nicht mehr rückgängig machen lassen. Die Studie empfiehlt deshalb, auf künstliche UV-Strahlung vollständig zu verzichten.

Die Mutationen entsprechen bekannten Melanom-Signaturen

Die genetischen Veränderungen entsprachen exakt den Mutationsmustern, die man aus Melanomen kennt. Dies zeigt, dass Solarien nicht nur allgemein DNA schädigen, sondern gezielt jene Mutationen erzeugen, die Melanome antreiben sowie Erbgutveränderungen in Genen hervorrufen, die für Zellzyklusregulation und DNA-Reparatur wichtig sind.

Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt ebenfalls vor übermäßiger UV-Strahlung, da sie zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Hautkrebsentstehung gehört. Gefährlich ist vor allem der schwarze Hautkrebs – medizinisch: malignes Melanom – dem eine genetische Veränderung der Pigmentzellen in der Haut zugrunde liegt. Früh erkannt, lässt er sich zwar gut behandeln, in einem fortgeschrittenen Stadium wird er jedoch lebensbedrohlich. Weißer Hautkrebs ist dagegen gut heilbar. Einen ausführlichen Beitrag zu den Hautkrebsarten finden Sie hier [Link: https://www.hautarzt-kollmann.de/blog/welche-hautkrebsarten-gibt-es/].

Gesellschaftliche und gesundheitspolitische Bedeutung

Die Forschenden der Studie betonen, dass die Ergebnisse eine dringende Neubewertung der Regulierung von Solarien erfordern. In vielen Ländern sind Solarienbesuche für Minderjährige bereits verboten, in Deutschland zum Beispiel seit 2009. Das Verbot gilt übrigens auch, wenn Eltern ihr Einverständnis geben.

Die Studie liefert starke Argumente dafür, diese Verbote auszuweiten. Die Autoren fordern stärkere Warnhinweise, strengere Kontrollen, ausgeweitete Aufklärungskampagnen sowie mögliche Verbote für eine kosmetische Nutzung.

Fazit: Solarien sind ein hohes Risiko

Die Studie liefert eindeutige Nachweise dafür, dass Solarien:

  • das Melanomrisiko fast verdreifachen
  • massive, weit verbreitete DNA-Mutationen verursachen
  • selbst sonnenarme Körperregionen schädigen
  • typische Melanom-Mutationen erzeugen
  • die Haut genetisch um Jahrzehnte altern lassen

Damit dürfte deutlich geworden sein, dass Solarien nicht nur ein kosmetisches Risiko, sondern eine ernsthafte, systemische Bedrohung für die genetische Integrität der Haut sind.