
Solarium und Haut – was ist zu beachten?
Viele Menschen wünschen sich sommerliche Bräune, weil sie meinen, dass sie dann attraktiver und gesünder aussehen. Im Herbst und im Winter, wenn Sonnenbaden im Freien nicht möglich ist, greifen sie deshalb auf den Besuch in einem Solarium zurück, um Farbe zu bekommen. Solarien bieten zwar ein relativ schnelles Bräunungserlebnis, bergen durch die intensive UV-Strahlung jedoch erhebliche Risiken für die Hautgesundheit.
Denn jede Bräunung auf einer Sonnenbank ruft eine Stressreaktion und Schadensantwort der Haut hervor. Häufige Besuche erhöhen das Melanomrisiko um bis zu 75 Prozent, insbesondere bei jungen Menschen. Insgesamt lassen sich durch Solarien zunehmend Hautschäden feststellen, die von vorzeitiger Alterung bis hin zu Krebsvorstufen reichen.
Wir möchten Ihnen mit diesem Beitrag die medizinischen Fakten nahebringen und Ihnen helfen, informierte Entscheidungen für Ihre Hautgesundheit zu treffen.

Welche Wirkung hat ein Solarium auf die Haut?
Solarien erzeugen künstliche UV-A- und in geringerem Maße UV-B-Strahlen ähnlich der Sonne, jedoch konzentriert und ohne natürlichen Filter. UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein und sorgen für die schnelle Bräunung, indem sie bereits vorhandenes Melanin oxidieren.
Sie fördern Falten- und Melanombildung. UV-B-Strahlen hingegen regen die Neubildung von Melanin an, sind aber auch hauptverantwortlich für Sonnenbrände. Sie sollten wissen, dass die UV-Intensität in modernen Solarien die der Mittagssonne am Äquator durchaus um ein Vielfaches übertreffen kann.
Welche gesundheitlichen Risiken gibt es?
Das künstliche UV-Licht von Solarien birgt verschiedene Risiken, die Sie beachten sollen. Dazu zählen:
- erhöhtes Hautkrebsrisiko
- vorzeitige Hautalterung
- Schädigung der Augen
- Schwächung des Immunsystems
- Gefahren bei Medikamenteneinnahme
Erhöhtes Hautkrebsrisiko: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), angesiedelt bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), stuft UV-Strahlung aus Solarien als krebserregend ein und listet sie in derselben Kategorie wie Tabak und Asbest. Zahlreiche Studien belegen eindeutig, dass regelmäßige Solarienbesuche das Risiko für alle Hautkrebsarten erhöhen. Besonders alarmierend: Wer vor seinem 35. Lebensjahr regelmäßig ins Solarium geht, erhöht sein Risiko für das gefährliche maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) um bis zu 75 Prozent.
Auch das Risiko für hellen Hautkrebs – Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome – steigt signifikant. Diese Krebsarten treten zwar später auf, entwickeln sich aber aus den kumulativen UV-Schäden, die über Jahre in der Haut angesammelt werden.
Vorzeitige Hautalterung: UV-A-Strahlung gilt als Hauptverursacher vorzeitiger Hautalterung (Photoaging). Sie dringt bis in die tiefen Hautschichten vor und schädigt dort Kollagen- und Elastinfasern. Die Folgen zeigen sich als Falten, schlaffe Haut, Pigmentflecken, erweiterte Äderchen und eine ledrige Hautstruktur. Während die natürliche Hautalterung ein langsamer Prozess ist, beschleunigt regelmäßige UV-Exposition diesen dramatisch. Es ist paradox, aber Menschen, die ins Solarium gehen, um jünger und attraktiver auszusehen, bewirken damit langfristig genau das Gegenteil.
Schädigung der Augen: Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass auch die Augen unter UV-Strahlung leiden. Ohne geeignete Schutzbrille können Bindehautentzündungen, Hornhautschäden und langfristig ein erhöhtes Risiko für Grauen Star (Katarakt) entstehen.
Schwächung des Immunsystems: UV-Strahlung unterdrückt lokale Immunreaktionen in der Haut. Dadurch werden Infektionen möglicherweise schlechter abgewehrt und zudem Herpesviren leichter reaktiviert – es entsteht der klassische „Sonnenherpes“ an den Lippen.
Gefahren bei Medikamenteneinnahme: Manche Arzneimittel erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Dazu gehören bestimmte Antibiotika, Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antidepressiva und Johanniskraut-Präparate. In Kombination mit Solarienbesuchen können Hautreaktionen wie Verbrennungen, Blasenbildung oder allergische Reaktionen auftreten, die nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind.
Falsche Mythen rund um Solarien
Häufig wird behauptet, ein „Vorbräunen“ im Solarium schütze die Haut vor Sonnenbrand im Urlaub. Das ist falsch, denn die Bräune bietet nur einen Lichtschutzfaktor von 2 bis 4. Wirklicher Schutz entsteht nur durch die Verdickung der Hornschicht bei langsamer, natürlicher Gewöhnung an die Sonne, nicht durch die schnelle Solarienbräune.
Eine zweite Legende besagt, dass Solariumsbesuche bei Vitamin-D-Mangel helfen. Dafür ist jedoch UV-B-Strahlung erforderlich, deren Menge in Solarien nur gering ist. Setzen Sie Gesicht und Hände lieber für 10 bis 15 Minuten der Sonne aus. Das ist gesünder und deutlich effektiver. Bei schwerem Mangel sind Vitamin-D-Präparate ebenfalls empfehlenswerter.
Und ein dritter Mythos: Solarium hilft bei Hautproblemen und Akne. UV-Strahlung kann zwar kurzfristig entzündungshemmend wirken und Akne durch die Bräunung kaschieren. Langfristig jedoch verschlimmert sie Hautprobleme, denn die Haut verdickt sich, Poren verstopfen leichter, und wenn die Bräune verschwindet, erscheinen die Hautunreinheiten häufig noch ausgeprägter.
Fazit: Bräunung im Solarium ist ein riskanter Weg
Bräune ist für viele Menschen attraktiv. Doch die Haut zahlt dafür ihren Preis. Oder anders gesagt: Die Haut vergisst nichts. Jeder Besuch im Solarium bedeutet Stress für die Hautzellen, der sich im Laufe der Zeit summiert und die Risiken für vorzeitige Hautalterung, Krebs, Augenschäden und Immunproblemen erhöht. Wir beraten Sie in unserer Praxis gerne ausführlicher zu diesem Thema.