Auch die Frühlingssonne kann gefährlich für die Haut sein

Es ist jedes Jahr wieder ein Genuss: Kaum etwas fühlt sich so gut an, wie die ersten warmen Sonnenstrahlen nach einem langen und kalten Winter. Der Park ruft nach einem Spaziergang, Terrasse und Balkon locken zur Entspannung, und die Haut reckt sich dankbar den Sonnenstrahlen entgegen. Doch genau hier lauert eine Gefahr, die viele Menschen unterschätzen. Denn die Frühlingssonne ist deutlich aggressiver als ihr Ruf, und das, obwohl die Temperaturen noch moderat sind. Aber warum ist die Sonne im Frühjahr so heimtückisch und wie können Sie sich effektiv schützen?

Die UV-Strahlung kümmert sich nicht um Jahreszeiten

Das Hauptproblem liegt in der Diskrepanz zwischen der gefühlten Wärme und der tatsächlichen UV-Strahlung. Viele Menschen richten ihren Schutzbedarf gegen die Strahlung nach dem Temperaturgefühl aus. Da die Luft im Frühling oft noch kühl ist und der Wind häufig vom Meer oder aus nördlichen Richtungen weht, nehmen wir die Sonne als harmlos wahr. Die meisten denken: „Es ist ja noch nicht heiß genug, um sich einen Sonnenbrand zu holen.“

Doch die Haut reagiert nicht auf die Lufttemperatur, sondern ausschließlich auf die Intensität der ultravioletten (UV) Strahlung. Die Sonne steht im Frühling bereits deutlich höher am Himmel als im tiefen Winter, wodurch die UV-Strahlen einen kürzeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen müssen. Dadurch trifft eine viel stärkere Strahlungsdosis auf unsere Haut, selbst wenn wir frieren.

Der UV-Index, der die tägliche Sonnenstrahlenbelastung angibt, erreicht in Mitteleuropa ab Frühlingsbeginn bereits Werte von 4 bis 6. Ab einem Wert von 3 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen aktiven Sonnenschutz.

Die Haut ist noch nicht vorbereitet

Ein weiterer wichtiger Faktor: Nach dem Winter ist die Haut in einer Art Ruhezustand. Die Eigenschutzzeit – also die Zeit, die ungeschützte Haut in der Sonne verbringen kann, bevor ein Schaden entsteht – ist im Frühjahr besonders kurz.

Die Melanozyten, die Pigmentzellen der Haut, haben über die kalten Monate kaum Melanin produziert. Das natürliche Schutzpigment fehlt weitgehend, und so kann schon ein Nachmittag auf dem Balkon – ohne Sonnencreme – zu einem schmerzhaften Sonnenbrand führen.

Besonders betroffen sind hellhäutige Menschen, Kinder und all jene, die im Winter kaum Sonnenexposition hatten. Aber auch wer sich für abgehärtet hält, sollte im Frühjahr vorsichtig sein.

Trügerische Wolken und Schatten

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass Bewölkung vor UV-Strahlung schützt. Tatsächlich dringen bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen durch eine geschlossene Wolkendecke hindurch. An einem bedeckten Frühlingstag Zeit ohne Sonnenschutz im Freien zu verbringen, ist also keineswegs sicher, denn die Strahlenbelastung ist nur schwer spürbar, weil die Wärme fehlt.

Auch Schatten bietet keinen vollständigen Schutz. Reflektierte Strahlung von hellen Oberflächen wie Asphalt, Sand oder Wasser kann erheblich zur Gesamtbelastung der Haut beitragen.

Typische Frühjahrsprobleme: „Mallorca-Akne“ und polymorphe Lichtdermatose

Neben dem klassischen Sonnenbrand kennt die Dermatologie zwei häufige Frühlingsbeschwerden, die speziell durch die erste intensive Sonnenexposition nach dem Winter ausgelöst werden. Da ist zum einen die polymorphe Lichtdermatose. Diese häufige Lichtüberempfindlichkeitsreaktion äußert sich durch juckende Rötungen, Bläschen oder Papeln, die meist an Armen, Dekolleté und Beinen auftreten. Sie betrifft vor allem Frauen und tritt typischerweise in den ersten Frühlingstagen auf.

Zum anderen gibt es die sogenannte Mallorca-Akne (Acne aestivalis). Trotz ihres harmlosen Namens ist diese Reaktion unangenehm. Kleine, juckende Knötchen entstehen als Reaktion auf UV-Strahlung in Kombination mit fetthaltigen Sonnenschutzmitteln oder Körperpflegeprodukten.
Beide Beschwerden sind behandelbar, sollten aber besser verhindert als therapiert werden.

Richtiger Schutz ab dem ersten Frühlingstag

Die gute Nachricht: Effektiver Sonnenschutz ist einfach. Folgende Maßnahmen sollten schon ab März zur Routine gehören:

  • Sonnencreme mit LSF 30 oder höher – auch an bewölkten Tagen und in der Stadt
  • Sonnenintensive Mittagsstunden (11-15 Uhr) meiden oder Schatten aufsuchen
  • schützende Kleidung, Hut und Sonnenbrille nicht nur im Urlaub tragen
  • Lippen und Ohrmuscheln nicht vergessen – das sind häufig übersehene, aber empfindliche Stellen

Hautkrebsvorsorge: Gerade jetzt der richtige Moment

Der Frühjahrsanfang ist ein guter Zeitpunkt, zur jährlichen Hautkrebsvorsorge zu gehen. Veränderungen an Leberflecken oder neu aufgetretene Hautveränderungen sollten zeitnah dermatologisch abgeklärt werden, denn frühzeitig erkannt ist Hautkrebs in den meisten Fällen sehr gut behandelbar.

Genießen Sie den Frühling, aber schützen Sie Ihre Haut dabei konsequent. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Vorsorge-Termin in unserer Praxis.