Was kann man gegen Besenreiser tun?

Die sogenannten Besenreiser gehören zu den häufigsten Hautveränderungen im Bereich der Beine und betreffen etwa die Hälfte aller Erwachsenen. Diese feinen, rötlich-bläulichen Äderchen, die wie feine Reisigbesen unter der Haut erscheinen, sind für viele Betroffene ein kosmetisches Problem. Doch was genau sind Besenreiser eigentlich, und welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Was sind Besenreiser?

Besenreiser sind erweiterte, oberflächliche Venen in der Haut, die einen Durchmesser von weniger als einem Millimeter haben. Sie entstehen, wenn die feinen Venenklappen aufgrund einer Bindegewebsschwäche nicht mehr richtig funktionieren und sich das Blut in den kleinen Gefäßen staut. Im Gegensatz zu Krampfadern sind Besenreiser in der Regel harmlos und verursachen keine gesundheitlichen Beschwerden. Dennoch wünschen sich viele Menschen eine Behandlung aus ästhetischen Gründen.

Die Entstehung von Besenreisern wird durch verschiedene Faktoren begünstigt: genetische Veranlagung, hormonelle Schwankungen, Übergewicht, Bewegungsmangel, langes Stehen oder Sitzen sowie zunehmendes Alter. Auch eine übermäßige Sonnenexposition kann die Haut dünner werden und die Äderchen deutlicher hervortreten lassen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, was auf hormonelle Einflüsse zurückzuführen ist.

Therapiemöglichkeiten gegen Besenreiser

Die Medizin kennt heute verschiedene wirksame Verfahren, mit denen Besenreiser behandelt und ihr Erscheinungsbild verbessert werden kann. Dazu zählen vor allem die Sklerotherapie (Verödung) und die Lasertherapie, aber auch IPL-Behandlungen (Intense Pulsed Light) und Radiofrequenztherapie.

Sklerotherapie

Die Verödungstherapie ist das etablierteste und am häufigsten angewendete Verfahren, sozusagen der Goldstandard. Mittels einer feinen Nadel wird ein Verödungsmittel (meist ein aufschäumendes Präparat) direkt in die Besenreiser injiziert. Dies führt zu einer gezielten Reizung der Gefäßinnenwand, die Äderchen verkleben und werden vom Körper nach und nach abgebaut.

Der Eingriff erfolgt ambulant und ist in der Regel gut verträglich. Je nach Ausprägung der Besenreiser sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen erforderlich. Nach der Behandlung tragen Sie für einige Tage Kompressionsstrümpfe, um das Ergebnis zu optimieren. Intensive Sonneneinstrahlung, Saunagänge und intensive sportliche Aktivitäten sind in der ersten Zeit zu vermeiden.

Lasertherapie

Besonders für sehr feine, rötliche Besenreiser im Gesichtsbereich oder an den Beinen eignet sich der Laser. Hierbei wird hochenergetisches Licht genutzt, das vom roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) aufgenommen wird. Die entstehende Hitze zerstört das Gefäß selektiv, während das umliegende Gewebe geschont wird. Der Vorteil: Es sind keine Einstiche nötig. Für größere Areale kann eine Kühlung der Haut erforderlich sein. Auch hier sind meist mehrere Sitzungen notwendig. Die Methode ist nahezu schmerzfrei, kann aber zu vorübergehenden Hautverfärbungen führen.

IPL-Behandlung

Die IPL-Technologie nutzt hochenergetisches Lichtspektrum, um die erweiterten Äderchen zu behandeln. Sie funktioniert ähnlich wie die Lasertherapie, arbeitet aber mit einem breiteren Lichtspektrum. Diese Methode eignet sich besonders gut für großflächige Areale mit feinen Besenreisern.

Radiofrequenztherapie

Die Radiofrequenztherapie ist ein weiteres schonendes, thermisches Verfahren, bei dem Hochfrequenzwellen genutzt werden, um die Gefäßwände zu verschließen. Sie eignet sich ebenfalls gut für feinste Äderchen.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen gegen Besenreiser?

Neben der Behandlung bestehender Besenreiser können Sie auch aktiv vorbeugen und das Fortschreiten verlangsamen. Regelmäßige Bewegung, insbesondere Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking fördern die Durchblutung und stärken die Venen. Wechselduschen mit kaltem Wasser trainieren die Gefäße und verbessern die Venenfunktion.

Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen in einer Position. Wenn Ihr Beruf dies erfordert, legen Sie regelmäßig Pausen ein und bewegen Sie Ihre Füße. Das Hochlagern der Beine am Abend unterstützt den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann bei entsprechender Veranlagung sinnvoll sein.

Ein gesundes Körpergewicht reduziert die Belastung der Venen. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen und trinken Sie genügend Wasser, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern.

Wann sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen?

Wenn Sie unter Besenreisern leiden, ist eine dermatologische Beratung empfehlenswert. In einem persönlichen Gespräch kann geklärt werden, welche Behandlungsmethode für Sie am besten geeignet ist und ob möglicherweise eine tiefer liegende Venenschwäche vorliegt. Eine gründliche Untersuchung stellt sicher, dass nicht nur die kosmetischen Aspekte, sondern auch die venöse Gesundheit insgesamt berücksichtigt werden.

Moderne Behandlungsmethoden ermöglichen es heute, Besenreiser effektiv und schonend zu behandeln. Vereinbaren Sie bei Fragen oder Behandlungsinteresse gerne einen Termin in meiner Praxis. Gemeinsam finden wir den besten Weg zu schönen und gesunden Beinen.