Was tun gegen Krampfadern? Mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Krampfadern – medizinisch: Varizen – sind einerseits ein kosmetisches Problem, denn viele Menschen empfinden die bläulich hervortretenden Venen an den Beinen als störend. Doch oft gehen sie auch mit Beschwerden wie Spannungsgefühl, schweren Beinen oder nächtlichen Wadenkrämpfen einher. Allerdings bieten Dermatologie und Phlebologie (Venenheilkunde) ein breites Spektrum an wirksamen Behandlungen.

Warum entstehen Krampfadern?

In unseren Venen fließt das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen. Unterstützt wird dieser Transport durch die Venenklappen, die wie Ventile arbeiten und einen Rückfluss verhindern. Wenn diese Klappen erschlaffen oder die Venenwand zu schwach ist, staut sich das Blut. Die Vene weitet und schlängelt sich und wird als Krampfader sichtbar. Risikofaktoren dafür können erbliche Veranlagung, Bewegungsmangel, langes Stehen oder Sitzen im Beruf, Übergewicht, Schwangerschaften und das Alter sein.

Der erste Schritt: Die genaue Diagnose

Vor einer Behandlung ist eine genaue Diagnose am wichtigsten, zuerst durch die Betrachtung im Stehen. Der Goldstandard für die genaue Untersuchung ist jedoch die farbkodierte Duplexsonographie. Das ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung, mit der die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes sichtbar gemacht werden kann. So lässt sich feststellen, wo die Venenklappen undicht sind und ob eine tiefe Venenthrombose auszuschließen ist. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und die Grundlage für jede Therapieentscheidung.

Die modernen Behandlungsverfahren beim Hautarzt

Reichen die konservativen Maßnahmen nicht aus oder sind die Krampfadern bereits fortgeschritten, stehen uns heute schonende Verfahren zur Verfügung, die oft ambulant durchgeführt werden.

Verödung (Sklerosierung): Dieses Verfahren eignet sich besonders gut für kleinere Krampfadern (Besenreiser, retikuläre Varizen). Dabei wird eine flüssige oder schaumige Substanz als Verödungsmittel in die Krampfader gespritzt. Sie verklebt die Gefäßwand, das Blut kann nicht mehr fließen und die Ader wird vom Körper abgebaut. Die Behandlung ist schnell, effektiv und hinterlässt keine Narben.

Endovenöse Verfahren (Laser oder Radiowelle): Für größere, sogenannte Stammvenen-Krampfadern sind dies die modernen Methoden der Wahl. Unter örtlicher Betäubung und Ultraschallkontrolle wird eine winzige Sonde in die erkrankte Vene eingeführt. Durch die Hitze von Laserlicht oder Radiowellen wird die Vene von innen verschlossen und ebenfalls vom Körper abgebaut. Das Blut sucht sich seinen Weg über gesunde Venen. Die Vorteile:

  • keine Vollnarkose notwendig
  • kaum Narbenbildung
  • hohe Erfolgsraten
  • schnelle Genesung und Erholung

Krampfader-Operation (Stripping): Dies war früher das Standardverfahren, doch heute wird es nur noch in speziellen Fällen angewandt, etwa wenn die Vene sehr stark erweitert oder geschlängelt ist. Dabei wird die erkrankte Vene über einen kleinen Schnitt in der Leiste und am Unterschenkel entfernt.

Was Sie selbst tun können

Zur Vorbeugung oder bei ersten Anzeichen einer Krampfadernbildung können Sie selbst einiges tun. Das A und O ist ausreichend Bewegung. Der Wadenmuskel ist „Pumpe und Motor“ des venösen Rückflusses. Gehen, Radfahren, Schwimmen oder spezielle Venengymnastik aktivieren diese Pumpe und helfen, Blutstau zu vermeiden. Eine weitere Möglichkeit ist das Hochlagern der Beine. Nutzen Sie jede Gelegenheit, um Ihre Beine hochzulegen,am besten über Herzhöhe. Das erleichtert den Blutabfluss spürbar.

Wechselduschen und Kneipp-Güsse sorgen für einen Wechsel von warm und kalt. Auf diese Weise trainieren Sie Ihre Gefäße und regen die Durchblutung an. Beginnen Sie lauwarm und enden Sie immer mit kaltem Wasser.

Ein wichtiges konservatives Hilfsmittel sind medizinische Kompressionsstrümpfe. Durch den von außen wirkenden Druck wird der Venendurchmesser verringert und die Funktion der Venenklappen unterstützt. Die Strümpfe gibt es in verschiedenen Kompressionsklassen und Materialien. Wir beraten Sie dazu gerne individuell in unserer Praxis.

Fazit

Krampfadern sind kein Schicksal, dem man hilflos ausgeliefert ist. Von der aktiven Vorbeugung über die Kompressionstherapie bis hin zu den modernen minimalinvasiven Verfahren wie Lasertherapie und Verödung gibt es heute für jede Form und jedes Stadium die passende Lösung. Vereinbaren Sie bei Bedarf einen Termin für eine venenspezifische Untersuchung. Gemeinsam finden wir den besten Weg für gesunde Beine.