
Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Schuppenflechte?
Die Schuppenflechte (Psoriasis) gilt nach der Neurodermitis als zweithäufigste chronische Hauterkrankung, von der in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen betroffen sind. Es handelt sich dabei um eine genetisch bedingte Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem eine Überaktivität zeigt und fälschlicherweise die eigenen Hautzellen attackiert.
Dies führt zu einer beschleunigten Zellteilung, sodass die Hautzellen sich nicht wie üblich in etwa 28 Tagen erneuern, sondern innerhalb von nur 3-7 Tagen. Die Folge sind die charakteristischen schuppigen, entzündeten Hautareale, die häufig an Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut und dem unteren Rücken auftreten.
Psoriasis verläuft in Schüben und belastet Betroffene nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Die Lebensqualität wird dadurch insgesamt beeinträchtigt. Die Schuppenflechte ist leider nicht heilbar, aber es gibt mittlerweile Therapiemöglichkeiten, die die Symptome deutlich lindern und langfristig eine relativ gute Kontrolle über die Erkrankung erlauben. Eine wirksame Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, Entzündungen zu hemmen und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Topische Therapien – Die Grundlage der Behandlung
Für leichte bis mittelschwere Formen der Schuppenflechte bilden äußerlich angewendete Medikamente die erste Therapielinie. Dazu zählen:
- Kortison-Präparate: Sie wirken stark entzündungshemmend und können akute Schübe schnell lindern. Sie sollten jedoch mit Vorsicht und nicht dauerhaft angewendet werden, da die Haut bei Langzeitgebrauch dünner werden kann. In unserer Praxis wählen wir die Stärke des Kortisons individuell nach Schweregrad und betroffener Körperregion aus.
- Vitamin-D3-Analoga wie Calcipotriol verlangsamen die übermäßige Zellteilung und wirken entzündungshemmend. Sie eignen sich besonders für die Langzeittherapie und werden häufig mit Kortison kombiniert, um deren Vorteile zu nutzen und Nebenwirkungen zu minimieren.
- Salicylsäure hilft, die Schuppen aufzuweichen und abzulösen, wodurch andere Wirkstoffe besser in die Haut eindringen können.
- Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus sind besonders für empfindliche Hautbereiche wie das Gesicht oder die Genitalregion geeignet, da sie die Haut nicht verdünnen.
Phototherapie – Licht als Heilmittel
Die Lichttherapie ist eine bewährte Behandlungsmethode, die besonders bei mittelschweren Verläufen zum Einsatz kommt.
- Die UV-B-Schmalband-Therapie gilt als Goldstandard der Phototherapie. Die speziellen UV-B-Strahlen dringen in die Haut ein und hemmen die überschießende Immunreaktion. Die Behandlung erfolgt in der Regel 2-3 Mal wöchentlich über mehrere Wochen.
- Die PUVA-Therapie kombiniert die Einnahme oder das Auftragen eines lichtempfindlich machenden Stoffes (Psoralen) mit UV-A-Bestrahlung. Diese intensive Therapieform wird bei schweren Fällen eingesetzt.
Systemische Therapien – Behandlung von innen
Wenn äußerliche Behandlungen und Lichttherapie nicht ausreichend wirken oder große Hautflächen betroffen sind, kommen systemische Therapien zum Einsatz.
- Klassische Systemtherapeutika wie Methotrexat, Ciclosporin oder Acitretin wirken auf das gesamte Immunsystem. Methotrexat wird häufig als Tablette oder Spritze einmal wöchentlich verabreicht und zeigt oft gute Erfolge, erfordert jedoch regelmäßige Blutkontrollen.
- Biologika haben die Behandlung der Psoriasis revolutioniert. Diese gentechnisch hergestellten Antikörper greifen gezielt in die Entzündungsprozesse ein, indem sie bestimmte Botenstoffe des Immunsystems blockieren. Biologika werden in der Regel als Injektion verabreicht und können zu einer nahezu erscheinungsfreien Haut führen.
Begleitende Maßnahmen
Neben der medikamentösen Therapie spielen Lebensstilfaktoren eine wichtige Rolle:
- Pflegen Sie Ihre Haut durch regelmäßiges Eincremen mit rückfettenden Produkten, um die Hautbarriere zu unterstützen.
- Stress kann Schübe auslösen. Ein Stressmanagement hilft, zum Beispiel mit entsprechenden Entspannungstechniken.
- Ernähren Sie sich ausgewogen. Empfehlenswert ist eine entzündungshemmende, mediterrane Ernährung.
- Reduzieren Sie bei Bedarf Ihr Gewicht, denn Übergewicht kann den Verlauf der Psoriasis ungünstig beeinflussen.
- Verzichten Sie aufs Rauchen, falls Sie Raucher sind, und konsumieren Sie Alkohol nur moderat.
Individuelle Therapieplanung
Die Wahl der richtigen Behandlung hängt von vielen Faktoren ab: dem Schweregrad der Erkrankung, den betroffenen Körperregionen, Begleiterkrankungen, dem Alter und den persönlichen Lebensumständen. In unserer Praxis erstellen wir für jeden Patienten einen individuellen Therapieplan und passen diesen im Verlauf an.
Fazit
Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, lässt sich jedoch heute sehr gut behandeln. Die Vielzahl an Therapieoptionen ermöglicht es, für fast jeden Patienten eine passende, individuelle Lösung zu finden. Wichtig sind eine konsequente Behandlung und regelmäßige dermatologische Kontrollen. Sprechen Sie mit uns. Gemeinsam können wir Ihre Symptome in den Griff bekommen und Ihre Lebensqualität deutlich verbessern.