
Hautkrebs: Welche Arten gibt es und was sind die Merkmale?
Die Statistik zeigt erschreckende Zahlen: Hautkrebs in seinen unterschiedlichen Formen zählt zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Allein in Deutschland erkranken jährlich über 270.000 Menschen daran – mit steigender Tendenz. Dabei handelt es sich um verschiedene bösartige Hauttumore, die sich in ihrer Entstehung, ihrem Verlauf und ihrer Gefährlichkeit deutlich unterscheiden. Grundsätzlich wird zwischen weißem Hautkrebs und schwarzem Hautkrebs unterschieden. Darüber hinaus existieren seltenere Hautkrebsformen, die ebenfalls medizinisch relevant sind. Unser Beitrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Arten von Hautkrebs.

Weißer Hautkrebs ist die häufigste Form
Weißer Hautkrebs umfasst zwei Haupttypen: das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom oder Stachelzellkarzinom). Beide entstehen aus Zellen der oberen Hautschichten und sind meist gut behandelbar, da sie nur selten Metastasen bilden. Allerdings gilt dies nur, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und therapiert wird.
Basalzellkarzinom
Das Basalzellkarzinom macht etwa 75 % aller weißen Hautkrebsfälle aus. Es entsteht aus den Basalzellen der Haut, die sich in der untersten Schicht der Oberhaut (Epidermis) befinden. Ein typisches Merkmal des Basalzellkarzinoms ist sein langsames Wachstum über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Es bildet nur sehr selten Metastasen, kann aber lokal in das umliegende Gewebe eindringen und dort Schäden verursachen. Basalzellkarzinome können vielfältige Erscheinungsformen haben:
- Knötchenförmiges Basaliom: Oft als kleines, glänzendes, perlmuttfarbenes Knötchen mit feinen, durchscheinenden Äderchen (Teleangiektasien) sichtbar. Manchmal bildet sich in der Mitte eine zentrale Eindellung oder ein Geschwür.
- Oberflächliches Basaliom: Rötliche, schuppende, oft ekzemartige Flecken, die langsam wachsen.
- Sklerodermiformes Basaliom: Eine narbenähnliche, abgeflachte, oft weißliche oder gelbliche Hautverhärtung, die unscharf begrenzt ist und schwer zu erkennen sein kann.
- Pigmentiertes Basaliom: Eine dunklere Variante, die leicht mit einem Melanom verwechselt werden kann.
Basaliome treten häufig an sonnenexponierten Stellen wie Nase, Stirn, Ohren, Hals und Händen auf. Sie verursachen selten Schmerzen oder Juckreiz. Die Behandlung des Basalzellkarzinoms umfasst in der Regel die chirurgische Entfernung des Tumors. Andere Optionen sind Kryotherapie (Vereisung), Lasertherapie, topische Medikamente und Strahlentherapie.
Plattenepithelkarzinom
Rund 25 % der Fälle von weißem Hautkrebs entfallen auf das Plattenepithelkarzinom. Es entwickelt sich aus den sogenannten Hornzellen der Oberhaut und wächst schneller als das Basalzellkarzinom. Wenn es nicht frühzeitig erkannt wird, kann es auch Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Häufig tritt es ebenfalls an sonnenexponierten Hautstellen auf und zeigt sich als raue, schuppige oder verkrustete Hautveränderung. Eine besondere Form ist das Bowen-Karzinom, eine Frühform des Plattenepithelkarzinoms, das sich als rötlicher, schuppender Fleck darstellt.
Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)
Das maligne Melanom, auch als „schwarzer Hautkrebs“ bezeichnet, ist eine besonders aggressive Form von Hautkrebs, da es frühzeitig Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen bilden kann. Melanome entwickeln sich aus den Pigmentzellen der Haut (Melanozyten) und können sowohl aus bestehenden Muttermalen als auch auf zuvor gesunder Haut entstehen. Risikofaktoren sind häufige Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit, sowie eine genetische Veranlagung.
Melanome können am ganzen Körper auftreten, als auch an Stellen, die in der Regel nicht der Sonne ausgesetzt sind, beispielsweise Handflächen, Fußsohlen oder Schleimhäute. Typische Anzeichen sind neue, dunkle Flecken oder Veränderungen an bestehenden Muttermalen. Die ABCDE-Regel hilft, verdächtige Hautveränderungen zu erkennen:
A = Asymmetrie
B = Begrenzung unregelmäßig
C = Color (mehrfarbig, dunkel)
D = Durchmesser > 5 mm
E = Erhabenheit oder Veränderung
Früh erkannt, sind Melanome meist gut behandelbar, im fortgeschrittenen Stadium können sie jedoch lebensbedrohlich sein.
Weitere seltene Hautkrebsarten
Neben weißem und schwarzem Hautkrebs gibt es weitere Arten, die aber deutlich seltener auftreten. Dazu zählen:
- Merkelzellkarzinom: Ein sehr aggressiver Tumortyp, der vor allem bei älteren Patientinnen und Patienten etwa ab dem 70. Lebensjahr auftritt. Er wird oft als harmlose Hautveränderung verkannt, wächst schnell und bildet früh Metastasen.
- Kutane Sarkome: Bösartige Tumoren des Bindegewebes der Haut
- Adnexkarzinome: Bösartige Tumoren der Hautanhangsgebilde wie Schweißdrüsen
- Porokarzinome: Der häufigste bösartige Schweißdrüsentumor
- Angiosarkome: Bösartige Tumoren der Blut- und Lymphgefäße
Die verschiedenen Hautkrebsarten unterscheiden sich erheblich in ihrer Häufigkeit, Aggressivität und Prognose
Während der weiße Hautkrebs häufiger, aber meist weniger gefährlich ist, stellt das maligne Melanom trotz seiner geringeren Häufigkeit die größte Bedrohung dar. Hautkrebsarten wie das Merkelzellkarzinom sind zwar noch seltener, aber oft besonders aggressiv. Die Früherkennung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind bei allen Hautkrebsarten entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Wenn Sie Veränderungen Ihrer Haut bemerken, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose und Behandlung zu erhalten.